Donnerstag,
23.05.2013

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Mobbing: vom harmlosen Konflikt bis hin zum Psychoterror

Sybille K. ist verzweifelt. Seit über 10 Jahren arbeitet sie als freie Mitarbeiterin für ein mittelständisches Unternehmen in der Medienbranche.
Noch vor kurzer Zeit hat Frau K. auf Provisionsbasis sehr gute Einnahmen erzielt. So hat sich die 40-jährige einen guten Status erarbeitet.
Vor rund zwei Jahren veränderte das Unternehmen seine Verkaufsstrategien und entließ sogar einige fest angestellte Mitarbeiter. In dieser Krisenzeit freundete sich Sybille K. mit der Geschäftsleitung an und pflegt bis heute ein freundschaftliches Verhältnis zur Führungsetage.
Doch seitdem schmeißen ihr viele der anderen Mitarbeiter Steine in den Weg: Sybille wird gemobbt.
Aufträge gehen verloren oder werden nicht zeitnah bearbeitet, ihre Provisionsvergütung wird erst nach mehrfachen Ermahnen der Buchhaltung angewiesen und kommt Sybille in das Firmengebäude, wird die Geschäftsfrau geschnitten und ihr Gruß nicht erwidert.
Der Leidensdruck der Frau ist so groß geworden, dass nicht nur ihre Einnahmen rückläufig wurden, sondern Sybille leidet unter Schlafstörungen und denkt oft an Selbsttötung.
Die Geschäftsleitung sieht sich nicht in der Lage die gestandene Geschäftsfrau in irgendeiner Weise zu unterstützen.
Frau K. wendet sich in ihrer Not an die Beratungsstelle FRAU & BERUF, die Sybille K. sofort Handlungsmöglichkeiten durch ihre Kooperationspartner anbieten kann.

Der Stich ins Wespennest
Mobbing ist mittlerweile kein unbekanntes Thema mehr. Was manchmal wie ein harmloser Konflikt beginnt, eskaliert nach Jahren zu massivem Psychoterror. Die Folgen reichen von körperlichen und seelischen Erkrankungen bis hin zu Selbstmordversuchen.
„Diese und ähnliche Fälle schwappten in unsere Beratungsstelle“, erzählt Martina Kreutzmann von FRAU & BERUF in Bad Segeberg, „auf Nachfragen stellt man fest, dass man in ein Wespennest sticht, und so lag es auf der Hand, dass wir mit unseren Partnern Initiative ergreifen mussten.“

Der Begriff „Mobbing“ kommt aus dem englischen „to mob“ oder „the mob“ und bedeutet: jemanden anpöbeln oder attackieren oder: die Meute die jemanden attackiert.
Dank der Wortschöpfung „Mobbing“, die Heinz Leymann 1993 populär machte, ist es möglich, über die Probleme zu sprechen und sie ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Die Beratungsstelle FRAU & BERUF kooperiert mit Bildungsträgern, Einrichtungen und Institutionen bei einem kreisweiten Anti-MOBBING-Projekt.
Selbstverständlich haben sich auch die Partner des Weiterbildungsverbund Kreis Segeberg mit dem Thema vertraut gemacht und so entstand die Idee einer großen Veranstaltungsreihe zum Thema Mobbing.
Die Partner haben sich die Aufgabe gestellt, zu diesem Thema Fachwissen zu vermitteln, Betroffenen Hilfe und Unterstützung anzubieten und auf tangierende Themen aufmerksam zumachen.

Kreisweites Anti-MOBBING-Projekt
Wo gemobbt wird, wird nicht gearbeitet. Mobbing ist ein Prozess, die Auflösung auch. Das ganze Umfeld ist in dieser Situation gefordert. Die erste Hilfestellung ist zunächst einmal in der Unterstützung und Stabilisierung der Mobbing-Betroffenen angesiedelt.
Die Angebote innerhalb der Anti-Mobbing-Veranstaltungsreihe sind maßgeschneidert für Frauen, Kinder und Jugendliche sowie Führungskräfte. Einer der Initiatoren, die VHS Henstedt-Ulzburg, bietet mit Rechtsanwalt Heinz Klostermeyer Rechtsberatungen an. Frauenzimmer e.V. und VHS-Partnerin Christina Moos stehen mit Selbsthilfegruppen anderen Betroffenen zur Seite. Die Wirtschaftsakademie entwirft einen Informationsflyer und bietet Führungskräften ein Seminar. Auch die Zusammenarbeit mit der AOK in Bad Segeberg ist gesichert. Die AOK hat eine über 30-seitige Broschüre zum Thema herausgegeben, die sehr lesenswert und informativ ist.

Im Kreis Segeberg haben vier der 18 Partner des Weiterbildungsverbund Kreis Segeberg, namentlich: FRAU & BERUF, die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein und die Volkshochschulen in Henstedt-Ulzburg und Norderstedt sowie die Beratungsstelle Frauenzimmer e.V., die AOK Bad Segeberg, die Gleichstellungsbeauftragten aus Bad Segeberg und Henstedt-Ulzburg sowie die Sozialberatung ihr Netzwerk aktiviert. Sensibilisiert stellt man sich hier der Aufgabe, Mobbing-Betroffene aufzuklären und Hilfestellung anzubieten, denn ganz viele Menschen haben das Gefühl gemobbt zu werden, bzw. werden gemobbt.

Fragen beantwortet gern die Beratungsstelle FRAU & BERUF, Tel.: 04551/ 94 40 02
Bitte beachten Sie auch die Termine mit den ersten Veranstaltungen des Anti-MOBBING-Projektes.

Der Weiterbildungsverbund Kreis Segeberg wird von der Europäischen Union, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), und dem Land Schleswig-Holstein gefördert.

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